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Blues en
Woog
…ist das Motto der mittlerweile 9. Darmstädter BluesWochen, die bereits mit
der Langen Nacht der Musen am 21. September ihren Anfang hatten. Bis
Mitte Oktober stehen noch einige Konzerte und Sessions
auf dem Programm.
Auf Initiative der Bluessendung Stormy Monday beim Lokalsender RadaR
erscheinen die Termine der lokalen und regionalen Veranstalter rund um das
Thema Blues auf Plakaten, Flyern und im Programmheft optisch und informativ
aufbereitet.
Am Montag, 1. ist dann auch von 19 bis 21 Uhr über Radio Darmstadt
der ausführliche Ausblick auf das zweite Veranstaltungsdrittel der in diesem
Jahr auf drei Wochen angewachsenen Gesamtveranstaltung.
Am Dienstag, 2. bietet die Goldene Krone die kleine, feine
Bühne ihrer Gaststätte Blue Note zur Jam-Session feil, die
ohnehin jeden Dienstag stattfindet, aber speziell in diesen Wochen der
Blues in seinen vielen Facetten gepflegt wird.
Ebenfalls wöchentlich, am Mittwoch treffen sich auch
musizierwillige zur Open Mic Night im An Sibin. Am ersten
Mittwoch des Monats (3.) ist auch der Schlosskeller wieder
Treffpunkt zur schon institutionalisierten Rock-& Blues-Session.
Damit ist noch immer keine Ende der Sessiontermine in Sicht. Am ersten
Donnerstag im Monat (4.) ist das Blue Note Schauplatz der
Jazz Jam Session, deren Openerband von Uli Partheil organisiert wird.
Nachträglich ins Programm genommen wurde das Konzert mit Nina Gerhard und
Band am Freitag, 5. im Kellerklub im Schloß (Künstlerkeller).
Rockabilly ist die temporeiche, explosive Erhöhung des Rock’n’Roll. Männer
mit Röhrenhosen und gefetteten Haartollen schütteln sich und ihre
Petticoat-tragenden, gezopften Tanzpartnerinnen im Rhythmus der 50er und 60er
Jahre. Oder schwimmen auf der Retrowelle, die Brian Setzers Stray Cats oder
Taratinos Filmadaptionen ausgelöst haben. Die Hounddogs verwandeln
folglich die Krone-Kneipe am Samstag, 6. in eine Tanzdiele und
da wird sich Muddy Waters’ Sinnspruch mal wieder bewahrheiten: „The Blues had
a baby. And they named it Rock`n`Roll!“.
Beim Jazztrail am verkaufsoffenen Sonntag (7.) in Darmstadts
City wird dann auch die Verwandschaft von Blues und Jazz vorgeführt. Die
Blues Brothers und -Sisters der Bornheim Blues Company sind auf der
Bühne am Weißen Turm im Namen des Herren zwischen Swing und Rock
unterwegs.
Die nächste BluesWoche erlebt neben den ohnehin regelmäßigen Sessionterminen
am Dienstag und Mittwoch die Akustik-Session „Eisprung“ am
Donnerstag, 11. im Feuchtbiotop Sumpf in der Kasinostrasse 115.
Mello Yellows Boogaloo Kings tragen seit der neuen CD-Produktion sogar
das Attribut „Fantastic“ im Namen. Das wollen sie am Samstag, 12. im
Reinheimer Weinhof unter Beweis stellen. Mit Big Daddy Wilson
kommt am selben Abend auch einmal wieder ein „echter“ Blueser aus dem
Urspungsland der afroamerikanischen Volksmusik an den Woog. Der
stimmgewaltige Hühne mit dem fulminaten Resonanzkörper stammt aus North
Carolina und wird vom Multiinstrumentalisten Doc Fozz auf Gitarre, Konga,
Cajon, Hi-Hat und Waschbrett begleitet. Schauplatz des hochklassigen Konzerts
ist der Bessunger Jagdhofkeller, der damit insgesamt drei
Veranstaltungen zum Gesamtprogramm beisteuert.
Das Blues Train Duo sorgt am Samstag, 13. für den vorläufigen
Abschluß der 9. Darmstädter BluesWochen. Sänger Martin Horvath, der vor
einigen Jahren die Band Blues Train um sich geschart hatte, aber dann wieder
ausgestiegen war, ist - diesmal mit der Gitarre bewaffnet – zurückgekehrt.
Zwar weilt der turnusmäßige Bassist zu dieser Zeit in Urlaub, doch die
Rückkehr des verlorenen Sohns wird zumindest in Duo-Besetzung gefeiert.
Gitarrist Klaus Rummel wird deshalb zeitweise auch auf die Bassgitarre
wechseln und die Abschlussparty im Blue Note mit Blues-Klassikern und
eigenen Songs ins Rollen bringen.
Nach Redaktionsschluß der BluesWochen gesellte sich noch der
Frühschoppentermin der Aktion Theaterfoyer zum Bluesangebot. Soul- und
Bluessänger Waymond Harding und seine Blues Cruisers locken am
Sonntagmorgen (14.) die Nachtschwärmer zeitig (aus den Betten?)
ins Theaterfoyer.
Doch damit nicht genug:
Zwar enden die BluesWochen erst mal offiziell, doch gibt es in der
Centralstation noch zwei „Nachspiele“, die es in sich haben. Die Sängerin und
Songwriterin Joan Armstrading hat mit ihren tollen Album „Into The
Blues“ nach mehrjähriger Pause eine beeindruckende und bewegende Produktion
gelandet. Die 13 Songs strotzen vor Energie, die Texte sind persönlich und
stark zugleich. Die Altmeisterin spielte auf der Aufnahme außer Keyboard und
Schlagzeuge alle Instrumente selbst. Bei ihrer Europatournee, die die in
Jamaika geborene und in England lebende Künstlerin am Mittwoch, 24.
auch in Darmstadt Station machen lässt, hat sie bei dem Konzert drei Männer
im Rücken: Scott Firth am Bass, Gary Foote an Schlagzeug und Saxofon sowie
Spenzer Cozens am Keyboard.
Ebenfalls in der Centralstation macht dann am Freitag, 9. November
noch das Gitarrenwunder Robben Ford Halt. Allein der Liste der
Musiker, mit denen er bislang zusammen gearbeitet hat, zeigt die Vielfalt
seiner Interessen: Chick Corea, Miles Davis und B.B. King. Robben, ohnehin in
der Familienband Ford Bluesband mit Vater und Brüdern dem Blues und Rock
verfallen, ist auch im Jazz, Funk und der Countrymusik zu Hause. Sein
melodisches Empfinden überträgt sich schnell zum Zuhörer und sein brillanter
Gitarrensound scheint wie aus einer anderen Welt ans Ohr zu dringen.
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